 |
Alia
Rayyan hatte eine Vision. Als sambabegeisterte Bremerin lebt und arbeitet sie jetzt in Ramallah. Als Confusão-Fan hatte
sie die Idee, die Gruppe nach Ramallah zu holen, um mit palästinensischen Pfadfindern einen Musik-Workshop zu machen.
Aus der Idee wurde Jahre später Wirklichkeit. Im Juli 2008 feierte Ramallah seinen 100. Geburtstag und wir feierten mit.
Jede der drei Gruppen spielte unterschiedliche Rhytmen, aber alle ähnelten der Marschmusik. Anfangs wurden nicht nur wir, sondern auch
unsere "wilden" Rhytmen skeptisch beäugt, aber die Neugier siegte und nach 4 Tagen intensiven Übens waren alle bereit, den musikalischen
Wettkampf aufzunehmen. |
|
An unterschiedlichen Plätzen der Stadt zogen wir los,
auf der einen Seite Confusão im Feuerdrachenkostüm mit 2
Stelzenfiguren aus Mond und Sonne, auf der anderen Seite die Scouts
in ihren traditionellen rot weißen und grünen Uniformen. Als wir uns
dann auf dem Rathausplatz begegneten, bekamen nicht nur die Zuschauer
eine Gänsehaut. 30 strahlende stolze Musiker trafen auf uns.
Marschmusik wechselte mit Sambarhytmen, es wurde gemixt und ständig
entstanden neue Klänge. Ein Raunen ging durch die Menge, die Zuschauer
klatschten und jubelten, und als wir gemeinsam die einstudierte
Tanz-Choreografie vorführten, fand die Begeisterung kein Ende.
|
|
 |
|
 |
Ein voller Erfolg für alle Beteiligten.
Bei unserem anschließen-den Auftritt auf der
großen Bühne waren auch unsere "Pfadfinder" beeindruckt. Sie
hatten uns ja noch nicht in Aktion gesehen und als Martin dann
rappte, wurde die Stimmung immer ausgelassener.
Ein unvergesslicher Tag! |
 |
 |
Eigentlich wollten wir mal shoppen gehen und uns
den Polizisten ansehen, der auf einem Videoclip bei "youtube"
tanzend den Verkehr regelt.
Und tatsächlich, er war da. Zu unserem großen Vergnügen führte er die Fußgänger mit zackigen
Bewegungen und schnellen Drehungen sicher über die Straße.
|
 |
|
| Zur gleichen Zeit fand an dem
Haupt-verkehrsplatz eine Demo gegen das Rauchen von Kindern statt.
Keine halbe Stunde später, wir waren selbst von unserer Spontanität überrascht, standen wir auf der Bühne, mit
himmelblauen Anti-Rauch-T-Shirts bekleidet und trommelten gegen
den blauen Dunst. |
|
 |
|
Auch wir machen mal Freizeit. Ein Abstecher
zum toten Meer, 400 Meter unter dem Meeresspiegel, brachte uns
ganz schön ins Schwitzen. Die Luft war heiß und stickig. Es fühlte
sich so an, als wenn die Welt aufhört zu atmen. Man hat ja schon
einiges vom toten Meer gehört, aber es dann selbst zu erleben, ist
einfach witzig. Springt man ins Wasser und will schwimmen, fliegen
die Beine einfach nach oben und man liegt oder sitzt da einfach,
ohne unterzugehen. |
| |
|
 |
Danach haben wir alle eine
"Schönheitskur" aus schwarzem Schlamm genossen, extrem salzig! |
|
| |
| Wir waren ja nur eine Woche in Ramallah, wir haben soviel erlebt, dass wir
eigentlich gar nicht zum schlafen gekommen sein können. Einen großen
Dank an Alia, die es möglich gemacht hat, dass wir nach Palästina kommen
konnten.
Vielen Dank auch an Assad. Ohne ihn wären wir manches Mal
aufgeschmissen gewesen, denn er kannte alle Jugendlichen. |
Martina Spooren
(Confusão) |
Fotos: Assad und Confusão
Projektidee und Umsetzung: Alia Rayyan und Martin Sassemit dabei:
Susi Sasse, Janine Jaeggi, Thomas Schacht, Tanja Breyer und Martina
Spooren |
|